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Um 1170 wanderten deutsche Siedler vom Niederrhein in unser Gebiet ein. Sie übertrugen Ortsnamen der Ostwanderung hierher; so
wurde Angermünde von Tangermünde abgeleitet. Mit ihnen kamen Angehörige der Burgherren von Angermund, die am heutigen Mündesee bei einer Wegekreuzung eine
Wasserburg gründeten. Die askanischen Markgrafen Johann I. und Otto III., inzwischen im Besitz der Mark, gründeten um 1230 die Stadt und bauten die
Burg aus.
um 1233 Stadtrecht und Beginn der Stadtbefestigung - 1265 - 1285 Bau der Stadtmauer - 1576 völliger Verfall der Burg -
1637 starke Zerstörung der Stadt infolge des 30-jährigen Krieges und anschließender Wiederaufbau der noch heute sichtbaren historischen
Altstadt - 1817 Ernennung zur Kreisstadt - 1945 kampflose Übergabe im II. Weltkrieg - dadurch kaum Zerstörungen in Angermünde
In den 70er Jahren begann man mit dem flächenweisen Abbruch historischer Bausubstanz, der
aufgrund von Geldmangel glücklicherweise nicht weitergeführt wurde. Dadurch gehört Angermünde im historischen Erscheinungsbild zu den besterhaltenen
Altstädten im Land Brandenburg.
Heute bekennen sich die Angermünder Bürger zur Entwicklung ihrer historischen Altstadt. Mit Bildung der
Großkreise verlor Angermünde 1993 den Kreisstadtsitz. Seitdem gehört die Stadt zum Landkreis Uckermark
Im Mittelalter bot sich eine Stadt als geschlossenes Ganzes dar. Wie die meisten Städte Brandenburgs
wurde Angermünde nach einem damals üblichen Plan angelegt. Das blockartige Straßennetz, von einer Stadtmauer eingefaßt, war nur über die vier Tore mit dem
Umland verbunden. Die Tore sind heute nicht mehr vorhanden. Die im Nordwesten gelegene Burganlage wurde in die Stadtbefestigung einbezogen. Außerdem
verfügte die Stadtmauer über 34 Wiekhäuser. Der Ausbau der Stadtbefestigung war etwa 1310 abgeschlossen. Bis ins 18. Jahrhundert lebten die Angermünder
innerhalb dieser Grenzen. Erst danach breitete sich die Stadt jenseits der Mauer aus.
Die Mehrzahl der Altstadtbauten wurde zwischen 1818 und 1870 errichtet. Einige Wohnhäuser sind jedoch
älter. Das Haus Hohersteinweg 16 wurde 1617 erbaut und ist das älteste Wohnhaus Angermündes. Es zeigt die ursprüngliche Gebäudestellung der durch mehrere
Stadtbrände gebeutelten Stadt. Die Häuser Jägerstraße 28 und Kirchplatz 3, 4 und 6 stammen aus dem 18. Jahrhundert. Zur Zeit stehen 93 historische
Einzelbauten unter Denkmalschutz.
Die Stadtmauer, bereits 1292 urkundlich erwähnt, ist am besten im Süden der Stadt erhalten. Über einem
Feldsteinsockel erhebt sich eine Backsteinmauer. Ihre Dicke wird mit 1,5 m angegeben. Beeindruckend steht der “Pulverturm”, ein aus Backsteinen
bestehender Rundturm, über der Mauer. Sein krönender Abschluß, ein Storchennest, wird erstmalig 1887 genannt und hat seitdem unzähligen Jungstörchen als
Kinderstube gedient.
Von der Gründungszeit Angermündes zeugen außer der Stadtbefestigung mehrere
romanisch-gotische Bauwerke (13. - 15. Jahrhundert), wie die Marienkirche, die in ihrer ursprünglichen Bauidee neben der Berliner Nikolaikirche die
größte Feldsteinkirche der Mark ist, das Franziskaner Kloster und die Reste der Burg.
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