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Angermünde ist - eine Stadt mit  Vergangenheit

Seien Sie, sehr geehrter Besucher, in den historischen Mauern der  Stadt Angermünde herzlich willkommen. Ein Ort mit wechselvoller Geschichte  erwartet Sie.
- Im Mittelalter mit Leben erfüllt und bis Ausgang des  16.Jahrhunderts auf 1460 Einwohner angewachsen brachte der Dreißigjährige Krieg  einen tiefen Einschnitt. Den verbliebenen 100 Einwohnern fiel es schwer, die  stark verwüstete Stadt wieder aufzubauen. Erst zum Ende des 17. Jahrhunderts  begann mit der Zuwanderung hugenottischer Familien der erneute Aufschwung.  Angermünde wurde als Garnisons- und Kreisstadt wieder ein wirtschaftlicher und  politischer Mittelpunkt.
- Namhafte Gäste hat Angermünde schon beherbergt. Wallenstein schrieb hier seinen berühmten Brief an die Stadt Stralsund  und auch Bismarck kannte sich in Angermünde aus.
Beide werden sich  aber, ebenso wie Sie, gefragt haben, warum Angermünde den Beinamen
Ketzer  Angermünde” trägt?

Ein Reisender will im Jahre 1336 Zeuge folgenden  Geschehens gewesen sein:
Ein schauderhaftes Beben läßt seine Glieder zittern.  So gegenwärtig ist der Gedanke an den letzten Jahr- marktbesuch vor zwei Jahren  in der Stadt am Mündesee. Das fröhliche Treiben um die Mauern von St. Marien  herum hat den weiten Weg gelohnt. Viel fahrendes Volk war zusammengekommen,  Musik und Tanz mischten sich mit dem Gezeter der Marktweiber. Aufmerksam  lauschte er den Scherzen des Possenreißers. Von lustigen Grimassen begleitete  Sprüche wider die Obrigkeit und die scheinheilige Frömmelei des Pfaffentums  erfreuten Auge, Ohr und Herz der einfachen Menschen und ließen für kurze Zeit  die Alltags- sorgen vergessen. Dann, ... niemand in der gaffenden Menge hatte  auf den Mönch geachtet ..., ein fanatischer Ruf: “Packt den Lästerer. Das ist  ein Ketzer. Vor dem geistlichen Gericht soll er sich verantworten!” Die  Klosterknechte im Gefolge des Mönches ergriffen den sich verzweifelt wehrenden  Narren und schleppten ihn davon. “Sie werden ihn als Ketzer verbrennen ..., Gott  stehe ihm bei.” ... Wenige Tage nur, dann brannte auf dem Marktplatz von  Angermünde wieder ein Scheiterhaufen.
Allein um das Jahr 1336 sollen 14  Angermünder der Ketzerei angeklagt und auf dem Scheiterhaufen hingerichtet  worden sein. In und um Angermünde zog sich die Ketzerverfolgung noch bis weit in  die Mitte des 15. Jahrhunderts hin.
Theodor Fontane, der “Wanderer  durch die Mark Brandenburg”, hat gegenwärtigen und zukünftigen Besuchern eine  Erfahrung hinterlassen:
“Wer in die Mark Brandenburg reisen will, der muß  zunächst Liebe zu ´Land und Leuten` mitbringen, mindestens keine  Voreingenommenheit. Er muß den guten Willen haben, das Gute zu finden, anstatt  es durch kritische Vergleiche tot zu machen.”

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© 2010 R.Gleeske